Die Juden von Saaz

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Synagoge

Synagoge, Ansicht vom Rathaus Turm 1920

Im Jahr  1864 wurde Sitz und Verwaltung der jüdischen Gemeinde nach Saaz verlegt,  die Synagoge in Libotschan aufgelassen und das Haus Nr. 638 in der Prager Gasse (damals von der Drehscheibe Richtung Kloster, später Schillergasse)  käuflich erworben, wo sich bereits einige Jahre der provisorische Betsaal befunden hatte. In  denselben wurden nun die rituellen Einrichtungen der Libotschaner Synagoge übertragen. Über die Entstehung der jetzigen Saazer K. G. berichtet ein Protokoll, aufgenommen am 20. März 1864 unter dem Vorsitz des Vorstehers Joachim Lederer im Hause Nr. 638 in Saaz. Anwesend: „Die  Mitglieder der vereinigten Gemeinde Saaz und Libotschan.“ Am 15. März 1863 wurde von sämtlichen Mitgliedern in Libotschan, Neusattl Dehlau und Saaz wohnenden Mitgliedern der Gemeinde  Libotschan der Beschluss  gefasst, die in Libotschan bestehende Synagoge aufzulassen und nach Saaz in ein  noch zu kaufendes Haus zu verlegen..

 

Da die Zahl der  Mitglieder der Gemeinde in beständigem Anwachsen begriffen war, fasste die  Vertretung der Kultusgemeinde unter dem Vorsteher  Joachim Lederer den Entschluss, eine eigene Synagoge zu erbauen, zu welchem Behufe das Haus Nr. 200 in der Langen Gasse angekauft wurde. Dieses Haus bestand aus dem eigentlichen Wohnhause und aus Nebengebäuden, so dass die letzteren, den nördlichen Teil des Hauses bildend, als Baustelle für die Synagoge ausersehen wurden. Der Bau derselben wurde unter der Leitung und nach den Plänen des Baumeisters Johann Staniek im Jahr 1871 begonnen und am 19. März 1872 wurde die feierliche Einweihung derselben durch Rabbiner Dr. A b r a h a m F r a n k vorgenommen. Im Jahr 1911 wurde der Tempel renoviert, die Malerei von den Familien Alois und Fanny Löbl und Karl und Anna Glaser gestiftet.

 

Der  Weltkrieg  1914—1918    ließ auch hier seine Spuren zurück und viele Söhne der Gemeinde fielen im Weltkriege, bzw. starben infolge einer im Felde erworbenen Erkrankung. Während der ganzen Kriegsdauer waren hier einige Hundert jüdische Kriegsflüchtlinge aus Galizien und der Bukowina untergebracht, für deren religiöse und materiellen Bedürfnisse das hiesige jüdische Fürsorgekomitee aufkommen musste. Es existierten mehrere Stiftungen und jüdische Vereine, die sich am kulturellen und wirtschaftlichen Leben in Saaz stark beteiligten und so dazu beitrugen, dass Saaz  zu einer sehr wohlhabenden   Stadt  mit reichem Kulturleben wurde. 

 

kristalova noc listopad 1938Im November 1938 wurde die Synagoge von den hiesigen Nationalsozialisten angezündet aber durch das beherzte Eingreifen  der Saazer Feuerwehr gelöscht-  Während des zweiten Weltkrieges diente sie als Lazarett und Hilfsschule. Während dieser Zeit wurde der Innenraum  total verwüstet und auch die Orgel der Synagoge verschwand. Nach den Krieg diente die Synagoge als Lager für landwirtschaftliche Betriebe. Heute ist sie in Privatbesitz von Herrn Daniel Černý aus Chomutov/Komotau, der sie sanieren will und für die Öffentlichkeit als Kongress-und konzertzentrum ausbauen möchte. 

 


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