Die Juden von Saaz

Die Juden von Saaz

Ein Projekt des Fördervereins der Stadt Saaz/Žatec in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Landsleute und Freunde der Stadt Žatec und  der Jüdischen Gemeinde Teplice, unter der Schirmherrschaft der Stadt Žatec

 

Warum befassen wir uns überhaupt mit Geschichte? Weil wir uns ohne Kenntnis der Vergangenheit in der Gegenwart nicht gut zurecht finden. Die geschichtliche Überlieferung ergänzt dasSynagoge Alt genetische Gedächtnis und ermöglicht uns damit eine Gestaltung der Zukunft, zu der Tiere nicht fähig sind. Anderseits finden wir in der Geschichte Erklärungen, warum die Gegenwart so ist, wie sie ist.

Denn wie ein bedeutender deutscher Historiker Johannes Droysen sagte: „Nicht die Vergangenheiten sind die Geschichte, sondern das Wissen des menschlichen Geistes von ihnen. Und dies Wissen ist die einzige Form, in der die Vergangenheiten unvergangen sind, in der die Vergangenheiten als in sich zusammenhängend und bedeutsam, als Geschichte erscheinen.“ Die Geschichte muss daher ständig ergänzt werden und manchmal sogar umgeschrieben. Am besten drückte dies Prof. PhDr. František Šmahel aus: „ Die Geschichte wird immer umgeschrieben, denn sonst würde sie für uns als Bürger ihren Sinn verlieren.  Es kann nämlich sein, ich will es nicht heraufbeschwören, das man in der Geschichte und ihrer Gestalten wieder Stärke suchen wird und dies ohne Rücksicht auf den Fortschritt der europäischen Integration.  Die Geschichte als Wissenschaft sollte sich aber nicht durch nationale und religiöse Rücksichtsnahmen  binden. Auch wenn sie mit ihren Erkenntnissen manchmal verletzt.

Die erste Erwähnung von der Existenz eine júdischen Gemeinde stammt aus dem Jahre 1350. Die jüdische Besiedlung war in der Nähe des heutigen Stadttheaters. Der antijüdischer Druck kulminierter aber mit den Pogrom im Jahre 1541. Am Anfang des 30 j¨hrigen Kriege wohnten in Saaz mehrere jüdische Familien und in den 30iger Jahren des 17. Jahrhunderst waren vier Hüser im jüdischen Besitz.  Um das Jahr 1860 elbten in der Stadt ungefähr 800 Juden. Im Jahre 1864 wurde das Haus Nr. 200 in der Langen Gasse gekaucht für den Bau einer Synagoge. Diese wurde am 18.3.1872 feierlich von den Rabiner Dr. Abraham Frank eigenweit. Im Jahre 1930, bei der Volkzählung wurden 944 Juden registriert. Die tatsächliche Anzahl war aber über 10 %, da man auch die assimilierten Juden berücksichtigen muss. In der Nacht von 9. Auf den 10. November kam es in Deutschland und auch in Saaz zur Synagogenbränden.  Es war die sogennante „Reichskristalnacht“  Während diesen Pogrom wurden über 100 Personen getötet, §= Tausend wurden in KZ Lager verschlept und eine großer Anzahl von jüdischen Objektu, überweigend Geschäfte und über 1300 jüdische Gebetshäuse und Synagogen sind ausgebrannt. Bei dieser Aktion wurde auch die ganze Inneneinrichtung der Synagoge in Saaz verbrannt. Im Mai 1939 leten in Saaz nur noch )! Sogennante Rassenjuden nach den Nürnberger Gesetzen. Diese Zahl beinhalten auch sog. Juden der „ Stufe. In der Gegenwart lebt in Saaz nur eine jüdische Familie die in der jüdischen Gemeinde Teplitz, unter die Saaz fällt, aktiv ist.

Wie überall in Europa leisteten sie auch hier einen bedeutenden Beitrag zu Wirtschaft und Kultur, der heute fehlt. Wenn wir nach Ursachen für den heutigen Zustand der Stadt suchen, liefert dieser Verlust möglicherweise einen der Gründe. Aus den Fehlern der Vergangenheit aber kann man für die Zukunft lernen.

P r o j e k t   I n h a t

•  Präsentation der Ausstellung „Die Juden von Saaz“  in der saazer Synagoge in überarbeiteter From (www.saaz-juden.de) in deutscher und englischer Sprache als Dauerausstellung für die Bürger von Saaz und Besucher der Stadt.

•     Erarbeitung von Zeugnissen über das jüdischen Anteil an Leben und Kultur der Stadt anhand von Archivdokumenten und eine Auswertung der amtlichen Statistik aus den 17.-20. Jahrhundert der jüdischen Bewohnern von Saa.

•     Dokumentation über die Verfolgung und Deportation der jüdischen Bevölkerung von Saaz während der deutschen Okupation.

•      Aufzeichnungen in schrifltlicher, visueller Form der Schicksaale der Juden in Saaz und ihre Digitalisierung und Veröffentlichung im Internet

•        Veranstalltungen zu Errinnerung an die Juden von Saaz

•        Digitale Dokumentation über die jüdischen Friedhöfer des Saazer Land

•        Komplexe Bearbeitung (schriftlich und visuel in digitaler Form) über die Luftbrücke Saaz – Israel (Ekron) 1948 und die Hilfe den jungen israelischen Staat mit Hilfe von Zeitzeugen in Israel.